Der Río de la Miel – Honigfluss – ist 9 km lang und entspringt in einer Höhe von 350 m. Für Schweizer lächerlich, aber man muss bedenken wir liegen hier auf Meereshöhe. Der Fluss, ich würde ihn eher Bach nennen, liegt in einem Tal im Naturpark Los Alcornocales. Begünstigt durch seine Lage herrscht ein Mikroklima, das heisst es ist feucht und dadurch wachsen Farne, Rhododendren und vieles mehr. Von Wassermangel ist hier nichts zu sehen.

Der Weg beginnt beschaulich und wird auch nicht viel schwieriger.

Rio de la Miel Wanderung

Man wandert an ein paar Ziegen, Hühnern, Kühen und Eseln vorbei. Bei den Kühen sollte man aufpassen wenn sie Kälber haben, da könnten sie aggressiv werden.

Rio de la Miel Tiere

Korkeichen wohin das Auge reicht. Korkeichen werden übrigens alle 7 Jahre geschält, also die Rinde sprich Kork wird entfernt. Diese hier wurden frisch geschält.

Korkeichen Rio de la Miel

Sobald man die mitteralterliche Römerbrücke überquert hat, gelangt man an die Molino de Águila, eine Mühlenruine aus dem 17. Jahrhundert. Zuvor passiert man eine neuzeitliche Mühle (Molino de Escalona), die noch in Produktion ist. Ich hätte sie gerne besichtigt, leider war der Besitzer nicht da.

Rio de la Miel Muehle

Weiter geht es vorbei an wildem Farn und immer entlang dem Río de la Miel.

Rio de la Miel Farn

Am Ende des offiziellen Wanderweg wartet ein kleiner Wasserfall und eine kleine natürliche Piscina. Im Sommer bestimmt perfekt für ein kühles und erfrischendes Bad.

Rio de la Miel Ende Wanderweg

Rio de la Miel Wasserfall

Rio de la Miel Wasserfall mit Piscina

Ich habe diese Wanderung im Frühjahr gemacht. Im Sommer ist es ratsam früh morgens los zu marschieren. Die ersten paar hundert Meter läuft man nämlich an der prallen Sonne. Wasser und Picknick muss mitgenommen werden, es gibt keinen Kiosk oder ähnliches auf dem 2,5 Kilometer langem Weg. Aber bitte auch den Abfall wieder mitnehmen und kein Feuer machen!

Für den offiziellen Weg reichen Turnschuhe oder bequeme flache Sandalen mit guter Sohle. Wenn man weiter gehen möchte, was eigentlich verboten ist, braucht man besseres Schuhwerk. Ich spreche aus Erfahrung, ich hab mir nämlich dort den Fuss verknackst.

Zum Schluss noch ein Gedicht von Ben Abi Ruh aus dem 12. Jahrhundert.

El río de la miel

Detente junto al río de la Miel, párate y pregunta por una noche que pasé allí hasta el alba, a despecho de los censores, bebiendo el delicioso vino de la boca o cortando la rosa del pudor.
Nos abrazamos como se abrazan los ramos encima del arroyo.
Había copas de vino fresco y nos servía de copero el aquilón.
Las flores, sin fuego ni pebetero, nos brindaban el aroma del áloe.
Los reflejos de las candelas eran como puntas de lanzas sobre loriga del río.
Así pasamos la noche hasta que nos hizo separarnos el frío de las joyas.
Y nada excitó mi melancolía más que el canto del ruiseñor.

BEN ABI RUH Algeciras. Siglo XII