BLOG-EVENT XXXI: CURRYS

Ausgrabungen und alte Schriften belegen, dass in Indien schon in vorchristlicher Zeit Fleisch mit Würzpasten und dem Saft von Früchten geschmort wurde – die Urform der Curry-Gerichte, die schon damals viele der typischen Gewürze enthielten: Kurkuma, Ingwer, Senf, Kreuzkümmel, Curryblätter, Muskat oder Zimt zum Beispiel – und Pfeffer. Pfeffer war noch zur Zeit von Alexander dem Großen das einzige richtig scharfe Gewürz. Die in der heutigen indischen Küche praktisch unverzichtbare Chilischote wurde erst in später von den Europäern eingeführt, die umgekehrt auch wesentlich dazu beitrugen, dass Curry-Grichte auch außerhalb Indiens bekannt und beliebt wurden. Vor allem die Briten leisteten dazu einen unschätzbaren Beitrag, indem sie nicht nur Gewürze und Würzmischungen mit nach Hause nahmen (btw, Currypulver wird in Indien selbst kaum verwendet, sondern fast ausschließlich für den Export produziert), sondern auch Rezepte sammelten und dabei versuchten, aus den unterschiedlichen Regionalküchen eine Art gesamtindischen Stil zu kreieren, der in Großbritannien rasch Freunde fand.

Aber auch die Inder selbst trugen zur Verbreitung ihrer Küche bei: Mit der Ausweitung der europäischen Kolonialherrschaft wuchs auch der Bedarf an billigen und willigen Arbeitskräften. Inder wurden dafür als wesentlich geeigneter angesehen als die jeweilige einheimische Bevölkerung. Und so trugen indische Auswanderer ihre Küche in die Welt hinaus, nach Malaysia, Singapur, Laos, Kambodscha, Vietnam und Thailand, aber auch – im Zuge der Ausdehnung des britischen Weltreichs – nach Australien, Kenia, Südafrika und auf die Antillen. Dort kultivierten sie ihre heimatlichen Kochgewohnheiten unter Berücksichtigung und Einbeziehung der jeweiligen lokalen Lebensmittel- und Gewürzangebote, und inspirierten damit auch ihre neuen Nachbarn.

Und so gibt es heute neben indischen Curry-Gerichten auch beispielsweise afrikanische oder kreolische. Sie haben alle ihre eigenen Merkmale, sind aber durch ihren typisch indischen Stil verbunden: Die weltweite Verbreitung der indischen Küche, insbesondere der Curry-Gerichte, hat diese nicht verwässert und verfälscht, sondern sie ausgeweitet, ergänzt und neue Impulse gebracht.

Und nun hat die indische Gewürzstraße mit ihren üppigen, sinnlichen Aromen auch Zorras Kochtopf erreicht. Wählt aus der duftenden bunten Vielfalt, was ihr mögt, kombiniert es mit Fleisch, Geflügel oder Fisch, mit Gemüse, Getreide oder Hülsenfrüchten – meine Vorliebe gilt vegetarischen Currys, aber erlaubt ist, was gefällt -, kurz gesagt:

Kocht Currys!

Blog-Event XXXI - Curry

Schmurgelt indische oder dem indischen Stil ähnliche Gerichte mit einer Sauce (so die Curry-Definition von Madhur Jaffrey, deren Curry-Bibel eine unerschöpfliche Fundgrube an Rezepten und Ideen ist), und lasst eurer Kreativität freien Lauf. Ob ihr die verwendeten Gewürze freihändig zusammenstellt oder fertige Würzmischungen (egal ob Currypulver, Currypaste, Masala etc) benutzt, ist selbstverständlich euch und euren Vorlieben überlassen. Aber jedenfalls solltet ihr ein Curry-Gericht daraus zubereiten: „Isolierte“ Rezepte für selbst gemachte Curry-Würzmischungen sind zwar auch willkommen, würden aber nur außer Konkurrenz mitlaufen.

Verratet euer Rezept ab sofort bis spätestens 15. Februar, Punkt Mitternacht.

Allgemeine Fragen zum Event beantwortet (hoffentlich) die FAQ.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Zorra für die Einladung, das Thema des aktuellen Events zu wählen, und freue mich auf viele verführerische Curry-Gerichte!

Blog-Event XXXI - Curry

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Eine Übersicht und Rezepte aller Blog-Events findet man hier.


43 Gedanken zu „BLOG-EVENT XXXI: CURRYS

  1. Super Thema und – wie ich finde – ideal passend zur Jahreszeit! Mir schmecken Curries nur im Winter – aus welchen Gründen auch immer.

  2. …. eine Frage bitte noch: Du willst Currys „im indischen Stil“ – heißt das, thailändische Curries gehen nicht (oder japanische)?
    Das Grundprinzip, eine Mischung verschiedener Gewürze anzurösten, ist, soweit ich weiß, bei diesen Curryarten ja gleich.

  3. REPLY:
    sind willkommen. Grad japanische fände ich besonders interessant.

    Die Formulierung „im indischen Stil“ bezieht sich nur darauf, dass sozusagen die Grundidee der Currys aus Indien kommt. Oder anders gesagt: Jedes Curry ist ein mit Sauce gekochtes Gericht – aber nicht jedes Ragout ist ein Curry. :-)

    (Btw, die Zugabe von Currypulver macht nicht automatisch ein Curry aus einem Essen – also Currywurst z.B. würd ich nicht gelten lassen. :-) )

  4. das passt ja wie faust aufs auge:
    ich hab noch zicklein im froster und fuer einen grossen braten ist es nicht genug. mach ich also ein karibisches goat curry.
    heiss wie die hoelle!

  5. Von Curry und andern Herrlichkeiten des Orients verstehe ich wenig, trotzdem gibts bei mir ein Curry-Gericht: Gelato al curry, ein wunderbares Rahm-Eis mit mundfüllendem Madras-Curry-Aroma auf dünnen Ananasscheiben, überstreut mit leicht kandierten, roten Peperoniwürfeln.

  6. REPLY:
    Kare-Raisu habe ich schon häufig gegessen, auch in Restaurants, und stets aus der braunen Fertig-Kare-Paste vorbereitet, von dem Du in deinem Beitrag sprichst. Deiner hätte ich viel lieber, denn anders als die Paste beinhaltet es kein Glutamat, etwas, was ich eh nicht gut vertrage.

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