Gastbeitrag von Claudia zu #10jahrekochtopf – Was Scharfes für zorra!

Gastbeitrag von Claudia zu #10jahrekochtopf - Was Scharfes für zorra!

Diesen Monat gesellt sich die messerscharfe Claudia von Dinner um Acht zu meinen #10jahrekochtopf-Festivitäten.

In ihrem wunderschönen Blog erwarten einem nicht nur bombige Fotos sondern auch wundervolle Texte. Claudia lässt mich mit ihren Beiträgen jedesmal in ihre Erlebnisse eintauchen. Ich wünschte ich könnte so schreiben!

Was mich an Claudia ebenfalls beeindruckt ist ihr grosses Herz und ihre direkte herzliche Art. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, auch im richtigen Leben. Ich durfte Claudia letztes Jahr persönlich kennenlernen. Sogar zweimal haben wir uns getroffen, und ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns auch dieses Jahr wieder treffen würden.

Bevor ich Claudia das Wort überlasse, habe ich auch ihr ein paar Fragen gestellt:

Gastbeitrag von Claudia zu #10jahrekochtopf - Was Scharfes für zorra!

Seit wann bloggst du und wie bist du dazu gekommen?

Am 30. Dezember 2010 habe ich meinen allerersten Post veröffentlicht. Darin habe ich eigentlich mehr die Geschichte erzählt, wie ich als 18Jährige nach New York kam und dort als Aupairmädchen ausgerechnet einen Job fand, wo ich jeden Abend Dinner kochen sollte. Das war so toll, dass ich mich da mit Feuereifer reingestürzt habe. Geschrieben habe ich mindestens genauso lange, als Jugendliche für eine Zeitung und dann später Kurzgeschichten. Als ich irgendwann Blogs entdeckte und sich mein erster Eindruck nicht bestätigte, dass nur exhibitionistisch veranlagte Nerds der Welt ihre Gedanken offenbaren, schien mir das eine konsequente Vereinigung beider Leidenschaften. Kochen und Schreiben. Und zum Glück hatte ich Freunde, die mir an Anfang technisch ein wenig auf die Sprünge halfen. Auch nach fast 3,5 Jahren ist es so spannend wie am ersten Tag.

Du hörst Musik beim Schnippeln, gibt es ein Lieblingsstück?

Meistens höre ich Musik, aber auch oft ist es einfach nur still in der Küche. Da lausche ich dann nur dem Blubbern in den Töpfen. Wenn Musik, dann ist es meistens Klassische. Das liegt vermutlich daran, dass ich damit aufgewachsen bin und selbst jahrelang in einem Jugendorchester gespielt habe. Früher habe ich dann auch oft Arien dazu geschmettert. Das tue ich aus Rücksicht auf meine Nachbarn heute nicht mehr. Ein wirkliches Lieblingsstück gibt es da nicht. Die Dritte von Brahms steht da schon verdammt hoch im Kurs. Aber genau wie beim Kochen, finde ich auch hier allzu häufige Wiederholungen langweilig. Aber auch Jazz funktioniert prima. Twelve Moons von Jan Gabarek hat mich schon zu durchaus Ungewöhnlichem in der Küche inspiriert.

Wie hast du den kochtopf entdeckt?

Wer sich in der Foodblogszene bewegt, der kann ihm nicht entgehen. Eher früher als später stolpert man darüber. Der Blog ist eine feste Größe in der deutschsprachigen Bloggerlandschaft und daher wäre es bestimmt lustig, wenn man mal jemandem die Frage stellen könnte „wie kommt es, dass dir dieser Blog bisher verborgen geblieben ist? – vorausgesetzt es handelt sich um einem genussaffinen Menschen.

Welches ist dein Lieblingsrezept im kochtopf?

Da muss ich gar nicht lange nachdenken. Es ist dein „zitronigster“ Zitronenkuchen! Der hat für Furore gesorgt. Ich bin ja jetzt nicht so die Königin was das Backen angeht und irgendwie auch nicht so wirklich scharf auf Süßes, aber mit Zitronenkuchen kriegt man mich immer. Zitronenkuchen ist göttlich. Der Zitronenkuchen meiner Oma war so saftig, dass er ein knirschendes Schmatzen von sich gab, wenn man draufdrückte. Ich probierte diesen Kuchen von deinem Blog und war glücklich. Und meine Oma, die ich leider sehr früh verloren habe, wäre sicherlich sehr stolz auf mich gewesen.

So, und nun bist du an der Reihe liebe Claudia!

10 Jahre nun schreibt Zorra ihren Blog „Kochtopf“ aka „1 x umrühren bitte“. Das ist eine Leistung und vor allem eine beachtlich lange Zeit. Urgestein der deutschsprachigen Foodbloggerszene, das klingt fürchterlich alt und so ein wenig nach der Kategorie Oscar für das Lebenswerk, aber wer die Freude hatte, Zorra einmal persönlich kennenlernen zu dürfen, der verfällt ihrem strahlenden Lachen. Und alt? Nein – alt ist sie nun wirklich nicht. Gute Gene und gutes Essen sind sicherlich ihre Geheimwaffe.

10 Jahre sind für jeden Blogger ehrfurchtseinflößend. Es gibt Zeiten, da ist das üppige Beet der Inspiration etwas ausgedünnt und es gibt Zeiten, da schöpft man mit Leidenschaft aus dem kulinarischen Füllhorn des Lebens. Zorra war seit ich ihren Blog lese immer mit Leidenschaft und Herzblut dabei.

Heute ist es mir daher eine große Freude ihr ein Gericht zu widmen, dessen Zutaten im sonnigen Spanien bestimmt nicht so leicht zu bekommen sind. Scharf sollte es sein, aber nicht so chillie-scharf, das ist im Süden ja nix Neues. Ich wollte unbedingt etwas mit Meerrettich. Den kennen ja die meisten nur in Gläschen mit Sahne aufgeschlagen. Kren nennen sie ihn Österreich und hobeln ihn mit Wonne über ihren Tafelspitz. Richtiger frischer Meerrettich ist eine echte Granate an aromatischer Schärfe. Das habe ich allein beim Raspeln bemerkt, als mir die Tränen über die Wangen liefen, so brannten die Meerrettichdämpfe in meinen Augen.

Das Atmen durch die Nase fiel danach irgendwie leichter. Und Wacholder ist eine meiner heimlichen Lieben. Ich mag Wacholder mit Zucker, mit Sauerkraut und aus Lust kaue ich auch schon mal ganz pur auf den harzigen Beeren rum. Frisch zerrieben in Butter sind geradezu unwiderstehlich.

Liebe Zorra, ich hätte dir gerne das Gefühl dieses warmen luftig-leichten Gnocchiteigs in den Händen geschenkt. Das war so großartig. Irgendwie lebendig. Und auch wenn ich mich selten beim Formen der Gnocchi verkünstle – sie schmecken fluffig leicht und sind auch mit Schönheitsfehlern einfach köstlich.

Für dich jetzt also mit einer extra Portion frischem Meerrettich, würzig geräucherter Gänsebrust und dem frischen senfigen Aroma der Rauke – meine allerliebsten Gnocchi!

Dazu passt dann auch wunderbar ein kräftiger spanischer Weißwein.

Auf weitere 10 spannende Jahre, meine Liebe!

Meerrettich-Gnocchi in Wacholderbutter mit Gänsebrust und Rucola

Für Zwei

Gastbeitrag von Claudia zu #10jahrekochtopf - Was Scharfes für zorra!

500 g mehlige Kartoffeln

10 Wacholderbeeren

100 g geräucherte Gänsebrust, in Würfel geschnitten

1 kleiner Bund Rucola

1 Ei

120 g Mehl ( und etwas Mehl zum Formen der Gnocchi)

25 g Hartweizengrieß

50 g frischer Meerrettich, fein geraspelt

30 g Pinienkerne

40 g Butter

2 EL Ahornsirup

Salz, frischer Pfeffer

Die Kartoffeln in Salzwasser mit Schale garkochen. Die Wacholderbeeren im Mörser zerreiben. Die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten.

Die Kartoffeln noch warm schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit dem Mehl, dem Hartweizengrieß, dem Ei und der Hälfte des Meerrettichs rasch mit den Knethaken des Handrührgerätes kneten. Eine gute Prise Meersalz hinzufügen und den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen. Aus dem Teig Rollen von etwa 3 cm Durchmesser formen und in jeweils 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben zu kleinen Röllchen formen und auf ein bemehltes Brett legen.

In kochendem Salzwasser etwa 3 Minuten garen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel herausheben und auf einen mit Küchenkrepp belegten Teller legen.

Die Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen und den Wacholder und die Pinienkerne dazugeben. Die Gänsebrustwürfel und den Ahornsirup hinzufügen. Mit Salz und frischem Pfeffer abschmecken.

Die Gnocchi in eine Schüssel geben und die Butter mit den Pinienkernen und der Gänsebrust untermischen. Die Raukeblätter grob zerzupfen und ebenfalls darunter mischen. Mit dem restlichen frischen Meerrettich großzügig bestreuen und sofort servieren.

Danke liebe Claudia für die lieben Worte, für die köstlichen Gnocchi, damit hast du bei mir ins Schwarze getroffen. Und natürlich herzliches Dankeschön, dass du mit mir feierst!


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