Gastronomie-Reise nach Marokko – Arganöl

Richtig erraten, hierbei handelt es sich um Argankerne, aus denen ein hochwertiges Oel gewonnen wird. Das Oel wird in der Kosmetik aber auch in der Küche verwendet.

Der Arganbaum wächst ausschliesslich in Süd-Marokko, vor allem in der Sousse-Ebene. So konnten wir – das heisst 4 Journalisten und ich, bei der vom staatlichen marokkanischen Fremdenverkehrsamt organisierten Gastronomie-Reise nach Agadir – einige dieser Bäumen sehen.

Gastronomie-Reise nach Marokko - Arganbäume mit Ziegen

Der Nutzen des Arganbaumes ist vielfältig. Er liefert neben Oel, Brenn- und Bauholz auch wertvolles Viehfutter. Vor allem Ziegen lieben die Früchte des Baumes. Sie erklimmen jeden Baum um an die Köstlichkeiten zu kommen.

Gastronomie-Reise nach Marokko - Ziege auf Arganbaum

Die reifen Früchte des Arganbaumes sind walnussgross und gelb bis rötlich in der Farbe.

Gastronomie-Reise nach Marokko - Arganfrüchte

Der Arganwald erstreckt sich über ca. 800.000 Hektar. Der anspruchslose Baum wird ca. 8 bis 10 Meter hoch und kann bis zu 400 Jahre alt werden. Seine Wurzeln gehen bis 40 Meter in die Tiefe, so überstehet er die heissen und trockenen Sommer problemlos. Zudem bildet der Wald einen natürlichen Schutzwall gegen die Ausdehnung der Sahara. 1984 erklärte die UNESCO den marokkanischen Arganwald zum Biosphären-Reservat.

Das Sammeln und Verarbeiten der Arganfrüchte ist von jeher Frauensache. Inzwischen gibt es auch mehrere Kooperativen, alle von Frauen geführt. Das Oel wird in diesen Kooperativen nur handgepresst.

Gastronomie-Reise nach Marokko - Arganölproduktion auf traditonelle Art

Die Handpressung ist wesentlich zeitaufwändiger als die Herstellung mit Pressmaschinen. Zur Gewinnung eines Liters handgepressten Arganöls sind etwa zwei Tage Arbeit erforderlich. Auch der Einsatz der Früchte ist deutlich höher; zur Produktion eines Liters werden ungefähr 30 Kilo Früchte benötigt, also die Ernte von 4-5 Bäumen. Dies erklärt den relativ hohen Preis.

Arganöl hat einen leicht nussigen Geschmack. Man verwendet es zum Beispiel zum Aromatisieren von Salaten, Suppen, Tagines und Couscous. Ich habe natürlich auch eine Flasche gekauft, aber noch nicht geöffnet. In der Kooperative, die wir besucht haben wurde uns nebst Arganöl auch Amlou serviert. Amlou ist eine Art marokkanisches Nutella, nur besser. Amlou besteht aus Arganöl, Mandeln und Honig. Lecker!

Zum Schluss noch ein kurzes Argan-Video, in dem man sehen kann, dass Ziegen Arganfrüchte lieben, das Mahlen der Kerne ziemlich anstrengend und das Knacken der Nüsse knifflig ist. Viel Spass beim Gucken!

Quellen: unser Reiseführer Mohammed und Wiki


10 Gedanken zu „Gastronomie-Reise nach Marokko – Arganöl

  1. auch als Hautpflege.

    Seit ich selbst dort wo die Ziegen in den Arganien klettern war, benutze ich nichts anderes mehr. Nix mehr Pickel nach dem Rasieren. +1

    Als Speiseöl ein Traum. Schlichte Pfannekuchen mit Aprikosenmarmelade und dann in Arganöl dippen. Perfekt!

  2. abgesehen davon, dass ich dich um diese reise ein wenig beneide (will die arganöl-erzeugung seit jahren sehen): was ist dran an der mär, dass die arganmandeln zuerst von den ziegen „vorgeerntet“ werden und erst danach (wieder ausgeschieden, aber quasi unbeeinträchtigt) weiterverarbeitet werden? zu beginn des argan-booms (vor schätzungsweise knapp zehn jahren?) war das oft zu lesen, aber ich konnte es nicht herausfinden, ob das ein muss ist oder nicht.

  3. REPLY:
    Ich hätte ja zu gern gesehen, wie die Ziege auf den Baum geklettert ist. :)
    Wie’s aussieht werde ich dem Arganöl noch einmal eine Chance geben. Hab es vor Jahren einmal als Gastgeschenk bekommen, war aber nicht wirklich beeindruckt. Viell. wusste ich es da bloß noch nicht zu schätzen :)

  4. REPLY:
    Diese „Mär“ habe ich auch gelesen. Unser Führer bestand darauf, dass die Ziegen die Steine ausspucken und nicht aus…. ;-) Ein Muss ist es soweit ich weiss nicht, da die Frauen die Fürchte bei der Ernte von den Bäumen schlagen, sowie bei Oliven. So habe ich es jedenfalls verstanden.

  5. REPLY:
    Hallo!

    Tolle Reise, das hätte ich mir auch gerne angeschaut!
    Hast uns auch Rezepte mitgebracht, Zorra?

    Kürzlich war eine Geo-Doku über Arganöl und die Frauenkooperativen im TV.
    Da wurde erklärt, daß in den Kooperativen drauf geachtet wird, daß die Frauen nicht die von den Ziegen gek(n)ackten Mandeln verwenden, weil die Qualität nicht so gut ist. Da kommt extra eine Testerin und prüft die Ölqualität vor Ort (manche Frauen bringen grad mal einen Liter Öl), später wird es im Labor nochmal untersucht, bis alles zusammenkommt.
    Für den Hausgebrauch werden die billigeren „Ziegenmandeln“ schon verwendet.

    lg Kinker

  6. für eine schöne Reise! Und die endgültige Aufkärung zum Weg vorne oder hintenraus würde mich bei Gelegenheit auch interessieren! :)

  7. Das nächste Mal komme ich mit – Marokko ist einfach nur traumhaft! Hast du die Bessara probiert? Ich glaube, es wird Zeit, dass ich meine Marokko-Erinnerungen auffrische!

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