Gnocchi à la Frau L. – gar nicht lustig

Ich habe noch nie Gnocchi selbstgemacht. Warum weiss ich eigentlich auch nicht. Na gut, es könnte daran liegen, dass sie nicht unbedingt zu meinen Lieblingsspeisen gehören. Gnocchi machen scheint eine Kunst für sich zu sein. Viel zu kompliziert für mich, deshalb und weil mir das Rezept von Frau L. narrensicher schien, habe ich mich an die Gnocchi für lustige Weiber gewagt.

Zuerst war ich noch frohen Mutes mit der Zeit wurde ich aber immer unlustiger.

Gnocchi - the making...

6-8 EL Mehl müsse man untermengen bis ein Teig entsteht, der nicht mehr an den Händen klebt. Denkste nach 8 Esslöffeln klebte der Teig wie Cementit, nach 3 weiteren Esslöffeln immer noch, dann habe ich aufgehört zu zählen. Irgendwann ist dann ein weicher Teig entstanden, mit dem ich versucht habe (Betonung auf versucht) Gnocchi zu formen. Viel zu gross sind sie geworden.

Gnocchi mit Salbei-Serrano-Butter

Im Geschmack aber nicht mal so schlecht, sogar Y. haben sie geschmeckt. Die Salbei-Serrano-Butter-Sauce hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen.

Eigentlich möchte ich mich nochmal an Frau L. Gnocchi wagen, aber zuerst müssen die vielen Gnocchi, die ich eingefroren habe, abgebaut werden. Durch das viele Mehl sind natürlich eine ganze Menge Gnocchi angefallen.

Gnocchi für eine kleine Armee

Ich glaube ich weiss auch was ich falsch gemacht habe, als Hobbybrotbäckerin habe ich den Teig viel zu stark geknetet, man soll ihn ja eigentlich nur zusammenfügen. Oder was meint ihr?


19 Gedanken zu „Gnocchi à la Frau L. – gar nicht lustig

  1. Vielleicht zu viel Wasser erwischt? Ich hab beim ersten Versuch geistesabwesend und treudoof so viel Wasser reingeschüttet, wie auf der Packung stand – Fortsetzung wie bei dir beschrieben. :-) Das traurige Ergebnis konnte ich aber immerhin an den dankbaren Hund verfüttern und für uns gleich eine neue Portion anrühren. :-)

  2. Als ich die Gnocchi gemacht habe kam die Menge in den Packungen nicht mit denen von Robert hin und ich hatte das beim Zubereiten irgendwie nicht umgesetzt.

  3. REPLY:
    Ich bin mir 100 % sicher, dass ich 3 dl Wasser genommen habe, so wie es im Rezept steht. Was aber auch noch sein könnte, ist die hohe Luftfeuchtigkeit hier. Das nächste mal nehm ich nur 2,5 dl Wasser. Ich muss bei bei Broten auch meist weniger Wasser nehmen.

    Ich hatte Glück und man kann die Gnocchi noch essen. Ein Hund habe ich nämlich nicht. ;-)

  4. Aussehen tun Deine super, wenn ich sie mit den unsrigen vergleiche, die ein Sohn kürzlich machte, Grösse, Pampigkeit, alles schrecklich bei uns, und ich hatte ihm bereits im voraus gesagt, Gnocchi würden immer pampig, sie seien sogar pampig beim mittelmässigen Italiener. Meine früheren Versuche waren nur unwesentlich besser. Also auch bei uns: gar nicht lustig.

  5. ganz einfach etwas weniger Wasser nehmen. Auch Kartoffelflocken können unterschiedlich viel Wasser aufnehmen. Es geht dann mit weniger Mehl. Zarte Gebilde bleiben sie aber dennoch.

  6. REPLY:
    Habe das auch schon erlebt, es klappt nur mit wirklich mehligen Kartofflen. Bei meinen Gnocchi hat der Geschmack von Mehl dann leider etwas dominiert…

  7. Ich finde deinen Blog toll und schaue häufig rein.
    Ich mache öfter Gnocchi selber, allerdings mit frischen Kartoffeln. Je mehliger sie sind, desto besser. Sie müssen gut ausgedämpft sein und werden noch heiß gepresst und mit Mehl und etwas Salz zu einem Teig verarbeitet. Vorsichtig mit den Fingerspitzen, nicht kneten, sonst macht die Stärke den Teig zäh.

  8. REPLY:
    Freut mich, dass es dir hier gefällt. :-)

    Ich habe den Teig schon eher geknetet. Erstaunlicherweise ist er aber nicht zäh geworden, sonder der blieb ziemlich klebrig, deshalb habe ich auch so viel Mehl dazu gegeben.

  9. Also von einem Rezept, welches für die Herstellung von Gnocchi die Verwendung von Kartoffelflocken vorsieht, würde ich Dir schon mal komplett abraten. Nicht nur, dass es sich bei Kartoffelflocken um ein Fertigprodukt der Industrie handelt, bei dem die biologische und ernährungsphysiologische Qualität gegenüber frischen Kartoffeln gering ausfällt. Auch wird der Geschmack mit Kartoffelflocken nie so gut werden wie mit frischen Kartoffeln. Da bei Gnocchi die Hauptzutat nun mal Gnocchi sind, solltest Du unbedingt mehligkochende Kartoffeln von sehr guter Qualität nehmen und diese selber vorher im Kochtopf kochen!

    Vor Jahren habe ich mal versucht, Böhmische Knödel selbst herzustellen. Im Rezept war die Rede von 1 Tasse Wasser, die ich zugeben müsste. Das habe ich dann auch getan. Nur ist Tasse nicht gleich Tasse! Die Tasse, die ich genommen hatte, war viel zu groß. Danach habe ich gelesen, dass man dafür eine kleine Tasse nimmt. Daher wurde der Teig auch viel zu feucht. Ich musste Mehl zugeben. Da ich etwa die doppelte Menge Wasser genommen hatte, war auch die doppelte Menge Mehl fällig. Das Endergebnis war ein sehr fester Teig, der eigentlich nur sehr entfernt an Böhmische Knödel erinnert hat, aber gerade noch essbar war. Was ich damit sagen will, ist, dass ungenaue Angaben bei Kochrezepten sehr problematisch sein können und da Kartoffelflocken (je nach Produkt und Hersteller) mal mit mehr, mal mit weniger Wasser angesetzt werden, ist das von Dir verwendete Gnocchi-Rezept (wie Du ja selbst gesehen hast) für den Gebrauch untauglich. Je nachdem, welche Packung Kartoffelflocken man erwischt, klappt es oder eben nicht.

    Vor kurzem habe ich das Kochbuch von den Kochprofis (Die Kochprofis Das Kochbuch) geschenkt bekommen. Das erste Rezept was ich ausprobiert habe, waren Gnocchi mit Salbei und Kürbiskernen von Ralf Zacherl – ein einfaches Rezept für den Anfang, dachte ich. Einfach war es im Prinzip auch. Dass es über 3 Stunden dauert, bis ich die fertigen Gnocchi auf dem Tisch habe, hätte ich dann allerdings nicht erwartet. Trotzdem ist dieses Rezept hinsichtlich Gnocchi für mich eine echte Offenbarung und das Endergebnis war geschmacklich sehr überzeugend. Sehr weiche, flaumige und wohlschmeckende Gnocchi.

    Gesagt getan. Kartoffeln kochen, ausdämpfen, schälen, quetschen, abkühlen lassen, weitere Zutaten zufügen und ordentlich durchkneten, Stangen formen, Stücke schneiden, Stücke gegen Gabel drücken, Gnocchi in Kochtopf mit siedendem Wasser schmeißen, warten, herausschöpfen, anbraten, weitere Zutaten zufügen, fertig! Geärgert habe ich mich nur etwas, weil ich der Meinung war, nach dem Herausschöpfen aus dem Kochtopf das Abschrecken der Gnocchi einfach überspringen zu können. Das war ein Fehler, da die Gnocchi dann beim Anbraten in der Pfanne zwar nicht viel, aber immerhin etwas zusammengeklebt sind. Bei dem Rezept habe ich mich übrigens genauestens an die Mengenangaben gehalten (Kartoffeln, Kartoffelstärke, etc.), die aber auch genau auf den Punkt gestimmt haben. Das Rezept war zwar unerwartet recht aufwändig, hat dann aber auch sehr gut geschmeckt und sogar für 6 Personen gereicht (ja, Gnocchi stopfen unglaublich!). Eigentlich war das Rezept nur für 4 Personen gedacht.

  10. REPLY:
    Danke für deine Ausführungen.

    Kochen und vor allem Brotbacken geht nicht immer nach Rezept, da spielen auch noch andere Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur etc. eine Rolle. Und die Gnocchi sind ja auch nicht sooo schlecht geworden, einfach nicht so wie ich es erwartet habe. ;-)

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