Rezension und Aprikosenmarmelade mit weisser Schokolade aus Meine Marmeladen, Chutneys & Co. von Véronique Witzigmann

Karin wartet sehnsüchtigst darauf, dass ich endlich das Buch Meine Marmeladen, Chutneys & Co. von Véronique Witzigmann näher anschaue.

Rezension - Marmeladen, Chutneys & Co. von Véronique Witzigmann

Anfangs Juni habe ich das Aprikosenmarmeladen-Rezept mit weisser Schokolade nachgekocht. Neu war mir die Kombi Aprikosen/weisse Schoggi nicht, ich habe auch schon mal welche gemacht. Das Marmeladenrezept von Witzigmann ist raffinierter als meins. Bei ihrer Variante kommt noch Vanillezucker, Orangensaft und Grand Manier hinzu. Diese Raffinesse zeigt sich bei vielen Rezepten im Buch. Sie ist ja auch nicht umsonst die Tochter des Jahrhundertkochs Eckart Witzigmann.

Spannend lesen sich auch die ersten Seiten des Buches, in welchen Véronique etwas von ihrer Kindheit erzählt und schildert wie sie zum Marmeladenkochen gekommen ist. Dann folgen Tipps für den Einkauf mit Saisontabelle für heimisches und exotisches Obst und Gemüse. Bei den wichtigsten Tipps zum Einkochen schreibt sie über Pektin, Zucker und stellt die verschiedenen Gelierzucker vor. Auch gibt es eine allgemeine Schritt- für-Schritt-Anleitung für Marmeladen- und Chutney-Kochen.

Rezension - Marmeladen, Chutneys & Co. von Véronique Witzigmann

Kapitel, wie man Einmachgläser richtig vorbereitet, nützliche Küchentipps und sogar Pannenhilfe fehlen auch nicht. Ebenso werden bei vielen Rezepten Variationen und Spezialtipps aufgeführt. Sehr praktisch! Erwähnt sei, dass nicht alle Rezepte mit Bildern kommen. Für mich ist das kein Knockout-Kriterium, aber es gibt ja welche, die das stört.

Im Schweizerdeutschen gibt es das Wort Marmelade nicht, deshalb bin ich auch froh über die Erklärung des Unterschieds zwischen Marmelade und Konfitüre, die Witzigmann ebenfalls im Buch liefert. ;-)

Lauf der EU-Konfitürenverordnung dürfen nur streichfähige Zubereitungen aus Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet werden. 1 Kilo Marmelade muss mindestens 200 g Zitrusfrüchte enthalten. Konfitüren enthalten eine oder mehrere Obstsorten, die zu einer streichfähigen Konsistenz eingekocht sind. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Marmelade jedoch für jede eingemachte Obstsorte verwendet.

Aprikosenmarmelade mit weisser Schokolade fast nach Véronique Witzigmann

Demensprechend ist also das folgende Rezept eigentlich keine Marmelade sondern eine Konfitüre.

Aprikosenmarmelade mit weisser Schokolade

zorra – published 07/16/2012

Aprikosenmarmelade mit weisser Schokolade

Ziemlich süsse Marmelade. Die Angaben in Klammern sind die Angaben im Originalrezept.

Zutaten

  • 500 g Aprikosen, bereits halbiert und ohne Stein gewogen (750 g)
  • 70 g frisch gepresster Orangensaft (100 g)
  • 2/3 EL Bourbon-Vanillezucker (1 EL)
  • 290 g Zucker (290 g Gelierzucker)
  • 25 g weisse Schokolade (40 g)
  • 6 ml Cointreau (1cl Grand Marnier)

Zubereitung

  1. Aprikosenhälften mit Orangensaft, Vanillezucker, Zucker in einen grossen Topf geben, gut vermischen und 1 Stunde ziehen lassen. Ich habe es über Nacht stehen gelassen.
  2. Masse pürieren dann unter Rühren aufkochen. (Im Original wird erst nach dem Kochen püriert.) Unter ständigem Rühren 6 Minuten sprudelnd kochen.
  3. Herd ausschalten, Schokolade zugeben und unter Rühren schmelzen lassen.
  4. Zum Schluss Cointreau zugeben und in die vorbereiteten Gläser füllen.
Rezept drucken

reicht für: 2-3 Gläser

Tags: Konfitüre, Aprikosen, Schokolade, Orangen

Für mich hat das Buch ein kleines Manko. Bei allen Rezepten wird Gelierzucker aufgeführt. Hier in der spanischen Pampa gibt es keinen Gelierzucker zu kaufen und wenn es gäbe, bevorzuge ich normalen Zucker zum Einzukochen.

Ich habe die Zuckermenge im obigen Rezept nach meinen eigenen Konfitürerezepten angepasst, das heisst ich verwende auf 500 Früchte 290 g Zucker, was wirklich nicht viel ist. Trotzdem ist die Aprikosenmarmelade eine ziemliche süsse Angelegenheit, für mich zu süss als Brotaufstrich. Y. hat aber einen guten Verwendungszweck gefunden. Er mischt jeweils ein bisschen unter selbstgemachtes Joghurt und hat somit ein Top-Joghurt, wie man es nicht kaufen kann.

Fazit: Ich habe zwar bis jetzt nur ein Rezept aus dem Buch nachgekocht, aber wie oben beschrieben liest sich schon die Einführung gut und die Tipps und Tricks überzeugen, deshalb insgesamt ein empfehlenswertes Buch bei dem auch das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Nicht lange überlegen – zugreifen!

Véronique Witzigmann
Meine Marmeladen, Chutneys & Co.
Gebundene Sonderausgabe: 136 Seiten
Verlag: ZS Verlag Zabert Sandmann GmbH (29. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898833259
ISBN-13: 978-3898833257
Größe und/oder Gewicht: 25,8 x 20 x 1,4 cm
Preis: EUR 9,95


12 Gedanken zu „Rezension und Aprikosenmarmelade mit weisser Schokolade aus Meine Marmeladen, Chutneys & Co. von Véronique Witzigmann

  1. Inzwischen habe ich das Buch auch ;-) Ich habe es mir mal in meiner Buchhandlung angeschaut und gleich mitgenommen. Es hat wirklich ein paar tolle Rezepte.
    Am Samstag habe ich auch Aprikosenmarmelade gekocht. Einfach nur mit Rohr-Gelierzucker und etwas Zitronensaft. Die ist auch super lecker geworden :-)

  2. REPLY:
    Da war ich jetzt wohl zu langsam. ;-) Gut ist ja sowieso wenn man selbst einen Blick ins Buch werfen kann. Die Geschmäcker sind schliesslich so verschieden.

  3. Also ich dachte eigentlich, dass (früher) Marmelade = ohne Fruchtstücke ist und Konfitüre = mit Fruchtstücke (zumindest im deutschen und österreichischen Raum). Und von den Tommys und der EU lass ich mir meine Marmelade nicht verhunzen, da habe ich mir eine persönliche Ausnahmegenehmigung eingeholt ;-)

  4. Hallo Zorra, lohnt das obige Konfitürenrezept? Bin gerade dabei unsere Aprikosen zu verarbeiten: bisher kam dabei Aprikossensenf und zweierlei Konfitüre heraus, eine mit Lavendel & Mandel, die andere mit Rosmarin & Vanille . Bin immer offen für neue Rezepturen :-) Herzlichst Nadja

  5. REPLY:
    Wenn du gerne sehr süsst magst, dann ausprobieren oder sonst halt Zucker reduzieren und schnell aufbrauchen. Für mich war sie so einfach zu süss.

  6. REPLY:
    Hallo Zorra, danke für die schnelle Rückmeldung :-)Das Ding ist, ich selbst esse keine Konfitüre, mache die nur, um sie zu verschenken, denn ich finde Geschenke aus der eigenen Küche immer sehr schön. Herzlichst Nadja

  7. Gefällt mir, wie du das Rezept farblich unterlegt hast!

    Mit Marmelade bin ich schwierig: nicht zu süß, nicht stückig, nur wenig Beigabe an tollerierten Gewürzen… aber die Farbe ist klasse!

  8. Macht sich die Schokolade eigentlich bemerkbar? Viel ist ja nicht drin.
    Ich hab‘ kürzlich eine Aprikosenmarmelade, fast gänzlich ohne Zucker, gemacht. Die fand ich sehr gelungen. :)

  9. Die Farbe ist echt der Knaller! Da kommt Sonne auf den Frühstückstisch ;-)
    Véronique Witzigmann habe ich mal – ist schon länger her – bei Lanz kocht gesehen (oder war das noch bei Kerner) und fand sie sehr nett und kompetent. Das Problem mit der Bezeichnung Marmelade/Konfitüre gibt es hier nicht. Hier heisst alles „Gebeess“ auch Gelees und Fruchtaufstriche ;-)
    LG aus dem kalten, tristen Luxemburg

  10. REPLY:
    Erstaunlicherweise schmecke ich das wenige an Schokolade raus. Tageskonfitüre mache ich auch manchmal, nur leider habe ich keinen Platz im Kühlschrank und so schnell essen wir so ein Glas auch nicht leer. So muss ich halt für Vorrat einkochen und da braucht es leider mehr Zucker.

  11. REPLY:
    Ich finde sie kommt schon im Buch sympathisch rüber. Mal gucken ob die Sendung noch irgendwo online ist.

    Ich hatte Glück beim Fotografieren. Ein Sonnenstrahl hat direkt ins Glas geschienen. ;-)

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