Y. schwärmt seit Jahren vom Sauerbraten seiner Grossmutter. In unserer Familie war Sauerbraten kein Thema. Bei uns gab es an Festtagen meist Rippli, Hals, Zunge und Konsorten. Nun wollte ich Y. mal eine Freude machen und habe mich an einen Sauerbraten gewagt. Rezepte gibt es wie Sand am Meer, schlussendlich habe ich mich für das Sauerbraten-Rezept aus dem grossen Lafer entschieden, denn er schreibt zum Rezept –

Ein wunderbarer Sonntagsbraten, fast ist er in Vergessenheit geraten. Wie wir uns als Kinder immer darauf freuten… Es war ein schöner Familienbrauch.

Lafer und Y. sind aus der gleichen Generation, das Rezept könnte also hinkommen.

Sauerbraten
davon werden 4-6 Personen satt

Sauerbraten

Beize
250 ml Rotweinessig
750 ml Rotwein
250 ml Wasser
1 Rüebli
1 Stange Lauch
1 Stange Sellerie
2 Zwiebeln
3 Nelken
1 EL schwarze Pfefferkörner (zerstossen)
1 EL Wacholderbeeren (angedrückt)
100 g Zucker
3 Lorbeerblätter

knapp 1 kg Rinderbraten
2 EL Tomatenmark

Zum Fertigstellen der Sauce
1-2 EL Ahornsirup

Gemüse in walnussgrosse Stücke schneiden. Alle Zutaten für die Beize in einen Topf geben und einmal aufkochen. Beize abkühlen lassen. Das Fleisch waschen und in die erkaltete Beize legen. Das Fleisch sollte ganz mit Beize bedeckt sein. Topf für mindestens 2-3 Tage in den Kühlschrank stellen, dabei täglich wenden.

Topf mit Fleisch und Beize 1 Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Die Beize durch ein Sieb giessen. Gemüse und Beize auffangen.

Sauerbraten

Das Fleisch im Bratentopf in Oel von allen Seiten anbraten. Salzen und pfeffern, dann herausnehmen. Das Gemüse in den Bräter geben und anrösten. Tomatenmark dazugeben und ebenfalls anrösten.

Sauerbraten

Mit der Beize ablöschen. Fleisch auf das Gemüse legen

Sauerbraten

und im auf 170 C vorgeheizten Ofen 2 1/2 bis 3 Stunden schmoren.

Fleisch herausnehmen und in der Restwärme des Ofens warm halten. Den Schmorsaft durch ein Sieb in einen weiten Topf giessen und die Sauce 5-8 Minuten einkochen lassen. Mit Ahornsirup und wenn nötig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Sauerbraten

Das Fleisch ist beim Aufschneiden schön zerfallen, wie man beim Restessen-Teller sehen kann. Leider war es aber nicht so zart wie erwartet, schliesslich hatte ich ihn 1 Woche in der Beize. Betreffend Zartheit kommt er nie an die Rinderbacken ran. Ich bevorzuge also weiterhin diese.

Was hielt Y. von meinem Sauerbraten? Nun er fand ihn gut. Der Braten hatte aber scheinbar nichts mit dem seiner Grossmutter zu tun. Er meinte sie hätte den Braten nur in Essig und Wasser eingelegt. Hat jemand so ein Grosi-Rezept?