zorras Hausbrot

Skandal! Nun blogge ich schon über 15 Jahre und habe kein Hausbrot im Blog. Dabei ist das gerade ein Trend, wie ich auf Insta feststellen konnte. Jeder Blogger hat ein Hausbrot. Ich nun auch – #metoo in positiv sozusagen.

zorras Hausbrot

Ganz ehrlich, ich nenne das Brot auch so, weil mir kein gescheiter Namen einfallen wollte. Es ist ein Handgelenk-mal-Pi-Brot, dass ich anfangs Juni auf Insta gebacken habe. Vielen hat das Brot gefallen, und es wurde nach dem Rezept im Blog verlangt. Euer Wunsch ist mir Befehl! Inzwischen habe ich das Brot auch schon einige Male gebacken. Das muss bei einem Hausbrot auch so sein.

Ein Hausbrot ist keine Eintagsfliege.

Und eigentlich sollte ein Hausbrot auch immer gleich aus dem Ofen kommen. Das geht bei mir aber nicht. Das wäre ja auch langweilig. Bei jedem Backen ändere ich irgendetwas. Das ist wohl auch der Grund, dass es bis jetzt noch kein Hausbrot von mir gab.

Pasta Madre ist mein neuer Sauerteig.

Bis letztes Jahr habe ich immer mit einem flüssigeren Sauerteig gebacken. Seit der Instagram-Aktion von Ibán, dem spanischen Brotpabst, bin ich nun aber grosser Fan von Pasta Madre. Pasta Madre – auch bekannt als Masa Madre – ist ebenfalls ein Sauerteig, nur fester und etwas milder im Geschmack. In Italien kennt man Pasta Madre als Lievito Madre. Wie ihr Pasta Madre ansetzt habe ich selbstverständlich schon verraten. Das geht ganz einfach und das Beste: ihr müsst zwischen dem Backen keine grossen Mengen im Kühlschrank lagern.

Pasta Madre frisch gefüttert bereit für den Kühlschrank

So ein kleines Bällchen reicht. In einem kleinen Glas braucht es auch nicht viel Platz, und es lässt sich übrigens problemlos ein paar Wochen ohne Fütterung aufbewahren. Ihr müsst also nicht mit Sauerteig verreisen, ausser ihr wollt am Ferienort backen. In dem Fall würde ich aber getrockneten Sauerteig mitnehmen. Eine Anleitung zum Trocknen und Aktivieren von Sauerteig gibt’s natürlich auch bereits im kochtopf.

Für Ungeduldige – Pasta Madre & Hefe.

Pasta Madre könnt ihr natürlich auch alleine, also ohne Hefe, einsetzen. Dann dauert aber alles ein paar Stunden länger. Als Ungeduld in Person ist das nichts für mich. Ich gebe immer noch einen Krümel Hefe bei. Was ich aber gerne mache ist eine Autolyse von 20 Minuten.

zorras Hausbrot - Zubereitungsschritte

Autolyse – Zeit, die sich lohnt zu investieren.

Oben links seht ihr den Teig nach 20 Minuten Autolyse. Er ist noch lange nicht glatt, aber die Glutenentwicklung hat bereits begonnen. Autolyse wird normalerweise ganz am Anfang also vor der Zugabe von Hefe und Salz gemacht. Ich habe aber auch schon öfter welche mit Hefe gemacht. Das hat nicht geschadet, im Gegenteil. Probiert es mal aus, und lasst mich wissen, was ihr davon hält!

zorras Hausbrot

Nachbacken geht auch ohne Pasta Madre.

Ihr möchtet mein Hausbrot nachbacken, habt aber keine Pasta Madre. Kein Problem! Macht am Tag vor dem Backen einfach einen Vorteig und zwar wie folgt:

  • 80 g Weizenmehl
  • 40 g Wasser
  • 1 g Frischhefe

Alle Zutaten vermischen und zu einem Teig verkneten. Den Teig zugedeckt eine Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen, danach in den Kühlschrank stellen. Dort lässt er sich auch 2 bis 3 Tage aufbewahren. Die restlichen Zubereitungsschritte sind wie unten in der Rezeptbox beschrieben. Viel Spass beim Nachbacken, und lasst mich doch wissen, wie mein Hausbrot bei euch geworden ist!

Hausbrot ganz einfach im Topf backen.

Update: Inzwischen habe ich mein Hausbrot auch schon mehrere Male im Topf gebacken. Das geht wunderbar und zwar wie folgt:

  • Backofen mit Topf während 20 Minuten auf 250 °C aufheizen.
  • Brot in den heissen Topf plumpsen lassen, falls nötig einschneiden und 15 Minuten backen.
  • Temperatur auf 230° reduzieren und weitere 15 Minuten backen.
  • Temperatur auf 190°C reduzieren und 20 Minuten backen.
  • Die letzten 5 Minuten ohne Deckel knusprig ausbacken.
zorras Hausbrot

zorras Hausbrot

Rezept reicht für: 1 mittelgrossen Laib

Dunkel ausgebackenes Brot mit saftiger Krume.

Zutaten

  • 120-145 g aktive Pasta Madre oder Vorteig (siehe oben im Beitrag)
  • 330 g Wasser
  • 50 g Weizenvollkornmehl
  • 450 g Weizenmehl
  • 2 g Frischhefe
  • 12 g Salz

Zubereitung

  1. Wasser zur Pasta Madre geben und diese „aufschlämmen“.
  2. Beide Mehle und die aufgeschlämmte Pasta Madre in die Schüssel der Küchenmaschine geben, ca 2. Minuten auf kleinster Stufe kneten. Spritzschutz montieren und den Teig 20 Minuten ruhen lassen.
  3. Danach Hefe und Salz zugeben und den Teig 8 Minuten auf Stufe 1,5 auskneten lasssen.
  4. Den Teig nun 90 Minuten bei 26°C gehen lassen, dabei 2x nach je 30 Minuten ziehen und falten.
  5. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, länglich formen und mit Schluss nach unten in ein bemehltes Gärkörbchen legen.
  6. Den Teigling zugedeckt 60 bis 70 Minuten gehen lassen.
  7. Backofen mit Backblech auf unterster Stufe auf 250°C aufheizen.
  8. Teigling direkt vom Gärkörbchen aufs heisse Blech kippen.
  9. Brot 20 Minuten backen, nach 10 Minuten die Ofentür kurz öffnen, so dass der Dampf entweichen kann. Nach den 20 Minuten die Temperatur auf 220°C reduzieren und weitere 10 Minuten backen, dann die Temperatur auf 190°C reduzieren und das Brot 10 Minuten fertig backen.
  10. Brot aus dem Ofen nehmen auf ein Gitter legen und beim Knistern zuhören!
Rezept drucken

6 Gedanken zu „zorras Hausbrot

  1. Hallo Zorra,
    also mein Hausbrot ist dein ‚Kracherbrot‘. Dies backt man ja im Topf, was das Backen m.E. sehr vereinfacht.
    Kann ich das auch mit dem Hausbrot machen?

    1. Das Kracherbrot gehört auch zu meinen Lieblingen. Und ja, natürlich kannst du das Hausbrot auch im Topf backen. Das geht eigentlich mit allen Broten. Ich habe das Hausbrot auch schon im Topf gebacken. Auf Instagram gibt’s sogar ein Video vom Topf-Hausbrot – https://www.instagram.com/reel/CEgr0v5K3O0/?igshid=upn9zyooylvd – und oben im Beitrag habe ich die Backzeiten ergänzt. Viel Erfolg beim Nachbacken und lass mich doch wissen, wie es dir schmeckt!

      1. Hallo,
        das Brot ging nach dem Falten 12 h im Kühlschrank.
        Fertig gebacken hatte es diesmal eine kleinere und nicht so wilde Porung. Der Geschmack war sehr gut.
        Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben scrollen