Ran an die Berliner!

Ich bin Bäcker Süpkes Auforderung gefolgt und habe mich an Berlinern geübt. Leider nicht ganz so erfolgreich wie Petra. Nur ein paar meiner Berliner haben einen weissen Kragen gebildet. Ich durfte also nicht ganz so stolz sein. ;-) Hätte ich mich jedoch früher an Gabis letzjährigen Beitrag erinnert, hätte ich alle Berliner mit Kragen hingekriegt, denn laut Kuss hat beim Berliner nicht nur die Psychologie sondern auch die Physik mizureden:

„Damit die Krapfen den gewünschten hellen Streifen in der Mitte bekommen, ist es wichtig, dass sie nicht zu weit absinken, wenn man sie ins Öl legt. Das heißt: Die Krapfen müssen mit der untere Seite nach oben ins Fett gelegt werden (dasselbe Prinzip wie bei einer Schiffsladung). Zudem geht die obere Hälfte beim Backen der unteren weiter auf (Germ!). Somit ändert sich beim Umdrehen der Schwerpunkt und der „aufgeblähte“ Krapfen bleibt relativ weit an der Oberfläche.“

Was auch noch wichtig wäre, ist das richtige Umrechnen des Rezeptes. 24 Berliner sind endgültig zuviel für uns, deshalb habe ich das Rezept geviertelt und dabei ist mir ein Fehler unterlaufen. Der Teig war einfach zu flüssig und ich musste ganz viel Mehl dazugeben. Ich war am Verzweifeln und dachte, was ist los mit Bäcker Süpkes Rezept, sonst kann ich seinen Rezepten immer 1:1 folgen. Als ich dann die noch immer ziemlich weichen Berliner zum zweiten Gehen aufs Tuch legte, viel es mir wie Schuppen vor die Augen. Ich habe zwei Eier genommen anstelle von einem! Kein Wunder musste ich soviel Mehl zugeben.

Als dann der erste Berliner in Zucker gewältzt (Puderzucker oder anderer Schnickschnack kommt für mich nicht in Frage!) vor mir auf dem Teller lag, kam die zweite Uebung. Das Befüllen! Dazu habe ich mir extra eine „Spritze“ gebastelt, indem ich ein Trinkhalm in die Tülle steckte. Grundsätzlich eine gute Idee. Ich hätte jedoch den Trinkhalm (Röhrli auf Schweizerdeutsch) etwas länger belassen sollen. So konnte ich nur seitlich ganz wenig Konfi reinspritzen, was ich natürlich erst sah als ich den Berliner aufschnitt. Natink iss Pörföktgt!

Uebrigens besitze ich seit kurzem eine Friteuse!

Snack Frit

Eine Snack Frit von Trisa. Ein Mini-Teil in das 1,1 Liter Oel und 300 g Fritiergut passt. Genau richtig für den Zweipersonen-Haushalt. Ich konnte zwar nur ein Berliner auf einmal frittieren, aber macht nichts, das nächste Mal mach ich 60g-Berliner, dann kann ich zwei aufs Mal backen. Das Allerbeste: ich kann die Friteuse nach draussen nehmen, und dort frittieren, so habe ich keinen Frittiergestank im Haus, yeah!

Berliner nach Bäcker Süpke
ergibt je nach Grösse 6-8 Stück

Berliner mit Kragen

Hefestück
125 g Weizenmehl
85 g lauwarme Milch
20 g frische Hefe

endgültiger Teig
Hefestück (nach 45 Minuten Gehzeit)
125 g Weizenmehl
1/2 TL Gluten (optional)
35 g Butter, weich
30 g Zucker
3 g Salz
1 Ei

Erdbeer- oder andere Konfitüre zum Befüllen

Alle Zutaten für das Hefestück schön verkneten und 45 min abgedeckt stehen lassen. Teigtemperatur: 26-28°C.

Hefestück nach der Gehzeit und übrige Zutaten (ausser Butter und Salz) zum Teig mischen. Teig 4 Minuten auf Stufe 1.5 (Bosch MUM 8) kneten, dann Salz und Butter in kleinen Stücken zugeben und 6 Minuten auf Stufe 2 (Bosch MUM 8) weiterkneten. Dabei darauf achten dass er nicht zu warm wird!

Den Teig in eine Schüssel geben und zu decken. Nach 15min das erste mal aufziehen. Das heißt: Den Teig von außen in die Mitte falten. So das er wieder zu einer straffen Kugel wird. Nach 15 min wieder aufziehen. Nochmal 10min stehen lassen und dann runde Teiglinge abwiegen (80g). Die Teiglinge schön rund schleifen.

Auf ein leicht bemehltes Tuch legen und schön zu decken.

Oel in Snack Frit auf 160 C erhitzen. Berliner von beiden Seiten je 2x 3 Minuten backen (Gesamtfritierzeit 12 Minuten für Berliner von 80 g).

Berliner in Snack Frit

Wenn sie einen weissen Ring bzw Kragen bilden, dann erstens sehr stolz sein und zweitens nach dem letzten Wenden die Berliner runter drücken, damit der Kragen mit bäckt, sonst fällt er zusammen.

Sofort nach dem Backen in Zucker wälzen. Wer Puderzucker mag kann sie erst kalt werden lassen.

Füllen: Man nehme einen Spritzbeutel und eine Spitze Tülle. Es gibt extra Tüllen zum Berliner füllen. Wer keine hat muss eine ganz kleine Lochtülle nehmen.

Berliner mit Erdbeerkonfi

Weiter Tipps von Bäcker Süpke:

1. Wenn man 405er Mehl nimmt, unbedingt lesen was auf der Tüte steht. Es gibt Mehl da steht drauf: Für Kekse und Plätzchen. Diesem Mehl wurde das Gluten entzogen damit die Kekse schön knusprig werden. Macht man damit Hefegebäck erlebt man eine Katastrophe.

2. Wenn die Berliner nicht gleich werden und nicht so aussehen wie beim Bäcker, dann nicht verzweifeln. Es ist gar nicht so einfach.
Der Bäcker nimmt noch „Helferchen“. Wenn er nicht sogar ein Fertigmehl nimmt. (Bäcker Süpke nimmt Süßlupinenmehl und ein anderes Rezept) Deshalb: probieren, probieren…

3. Man kann die Berliner mit viel Phantasie garnieren. Mit Schokolade, bunten Streuseln, Smarties usw.

4. Meine Muddieh hat immer Fettkräppel gebacken. Sie hat den Teig dick ausgerollt und dann die Kräppel mit einem Bierglas ausgestochen. Den Restteig, also die Zwischenstückchen hat sie auch gebacken und am liebsten selbst gegessen. Sie waren schön knusprig.


14 Gedanken zu „Ran an die Berliner!

  1. Hi Zorra, da muss ich jetzt mal einiges zu schreiben: 1. hab ich sie bis jetzt auch wegen der Menge (und der Faulheit mit dem Umrechnen) noch nicht gemacht, 2. finde ich , sehen deine absolut perfekt aus (bis auf die Kleinigkeit mit der Marmelade), 3. Glückwunsch zur Friteuse und 4. das ist ja ein solch süßes Teil, das fehlt unserem 2-Personen-Haushalt auch (aber das bekommt man in D. bestimmt nicht?!).
    So – das wars – lasst euch die tollen Berliner schmecken!
    LG Eva

  2. Also erst mal denkt man als „Fachidiot“ nicht mehr an so Sachen wie rum die Berliner ins Fett müssen. Weil wir so Kippdinger haben und die dann automatisch verkehrt rum ins Fett kullern. Aber das stimmt, sie müssen erst mal mit der Oberseite ins Fett. Und zweitens, sehen sie doch schon prima aus! Beim nächsten mal werden sie noch superer! Und in der Bäckerei werden sie auch nicht immer Pörföktgt! ;-)

  3. Ach, dieser weiße Kragen ist doch nur eingeimpft relavant, dem Geschmack tut das nicht vorhanden sein ja keinen Abbruch ;)
    Ich find auch ganz goldbraune, Zucker umkränzte sehr ansprechend…so sahen nämlich die „Fasnachtskiechelcher“ meiner Muddi aus.

  4. REPLY:
    Danke für die Komplimente. ;-) Betreffend der Friteuse, Trisa Produkte werden in Deutschland durch HKS Satellitentechnik Vertriebs GmbH, Graf von Stauffenbergstrasse 8, D-63150 Heusenstamm , Tel: +49 6104 5920 ,
    E-mail: HKS-GmbH@T-online.de vertrieben. Aber scheinbar nicht alle Produkte. Falls du an der Friteuse interessiert bist, und es sie bei HKS nicht gibt schreib mir eine email. Ich kann dir einen Kontakt in der Schweiz geben.

  5. REPLY:
    Geschmacklich waren sie auch recht gut, nur das Handling war schwierig, weil eben der Teig zu „feucht“ war. Beim nächsten Mal klappt es hoffentlich *3x auf Holz klopf*.

  6. Deine Krapfen sehen wirklich zum Anbeißen aus! Tolle Fotos. Ich habe auch so eine kleine Friteuse, die ist sehr unkompliziert und macht Spaß.

  7. REPLY:
    Diese Friteuse von Trisa wird in Deutschland durch HKS Satellitentechnik Vertriebs GmbH, Graf von Stauffenbergstrasse 8, D-63150 Heusenstamm , Tel: +49 6104 5920 , E-mail: HKS-GmbH@T-online.de, vertrieben. Eva hat sie dort bestellt und auch Chaosqueen. Oder wohnst du in Oesterreich? Dort gibt es auch einen Vertriebspartner, den ich auf Wunsch ausfindig machen könnte.

  8. REPLY:
    Vielen Dank für die Adresse! Ich habe gesehen, dass die Friteuse in der Schweiz hergestellt wird. Vielleicht kann ich die auch irgendwo in Basel kaufen. Ich wohne ja direkt an der schweizer Grenze :-)

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