Andaluserli

Ich habe mich wieder mal ein Brot gewagt. Eigentlich hätte es ein Tessinerli*** werden sollen, aber wie es scheint bin ich nicht zum Brotbacken geboren.
Den Teig fand ich eigentlich gelungen, vielleicht etwas nasser als auf dem Vorlagenbild. Das hat sich dann auch als Problem beim Einscheiden erwiesen. Der Teig hat am Messer geklebt und das typische Tessinerli-Einscheiden ist missraten. Auch die Kruste sieht irgendwie merkwürdig aus. So ist es halt ein Andaluserli geworden, das aber glücklichwerweise trotzdem schmeckt. ;-)

*** Tessinerli oder Tessiner Brot: Das Tessiner Brot besteht aus mehreren kleinen Teigstücken, die zu einem ganzen Brot zusammengesetzt werden. Die Stücke können so einfach abgebrochen werden. Es galt nämlich als Beleidigung für Brot und Bäcker, wenn zum Brotteilen ein Messer benötigt wurde.

Andaluserli

Andaluserli

450 g harina integral*
10 g frische Hefe
2 TL Honig
1 1/2 TL Salz
~ 2,5 dl Wasser

Hefe, und Honig mit etwas Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde machen, aufgelöste Hefe hineingiessen mit wenig Mehl zudecken, 20 Minuten stehen lassen, bis der Brei schäumt. Danach Wasser und Salz dazugeben, darauf achten, dass das Salz nicht direkt mit dem Hefebrei in Berührung kommt. 5 Minuten mit dem Handmixer kneten. Zugedeckt bei ca. 25 Grad 45 Minuten gehen lassen. Aus dem Teig zuerst 6 gleich grosse Kugeln formen, danach oval formen und aneinanderlegen, mit Wasser bestreichen und nochmals ca. 30 Minuten (ich habe ihn 45 Minuten gehen lassen, war wohl etwas zu lang) gehen lassen.

Andaluserli

Backofen inkl. Blech (untere Schiene) auf 230 Grad vorheizen. Brot mit einem Messer** ca. 2 cm längs tief leicht schräg einschneiden. Backofen mit etwas Wasser besprayen. Brot hineingeben 10 Minuten backen, Temperatur auf 180 Grad hinunterschalten nochmal 30-35 Minuten backen. Rausnehmen und damit das Brot glänzt sofort mit etwas Kaffeerahm oder Milch bestreichen.

Andaluserli

*=Vollkornmehl, wobei ich denke es entspricht eher einem Halbweissmehl. Es ist nämlich überhaupt nicht dunkel.

** Ich habe ein Brotmesser verwendet, was überhaupt nicht geklappt hat. Mit einem normalen grossen Messer klappt es vielleicht besser? Oder kennt jemand einen Trick wie man auch nasse Teige leicht einschneiden kann?

Cascabel, die begabte Bäckerin, hat natürlich auch schon mal ein Tessinerli gebacken, wie man hier sehen kann.


10 Gedanken zu „Andaluserli

  1. Ich finde, die Krume sieht ziemlich klasse aus. Undwenn der Geschmack stimmt, kann man es doch als gelungen bezeichnen ;-)

  2. REPLY:
    du hast Recht, es ist eigentlich schon gelungen, halt nicht ganz so wie ich es mir vorgestellt habe, bzw. wie ein echtes Tessinerli aussehen sollte.

  3. REPLY:
    Womit wir wieder bei den helferlein , einem guten Messer wären,
    Die Farbe erreicht man auch mit etwas Malzsirup oder einfachem Rohrohzucker in etwas Wasser gelöst.

  4. Das ist interessant: Auf dem Bild sieht es aus wie die »Zeilen«, die im Chiemgau und (zumindest) dem benachbarten Österreich gebacken werden: Das von unserem alten Bäcker ist mit das beste Weißbrot, das ich kenne. Hier in München kennt es aber schon niemand mehr. Bemerkenswert ist, daß der besondere Geschmack von der Form abhängt, da es der gleiche Teig ist, aus dem die Semmeln und das Weckenbrot gemacht werden.

    Wo gibt’s das denn noch?

  5. REPLY:
    Selbstgebackenes Brot schmeckt nie wie vom Bäcker, da – so habe ich es im TV von einem Bäcker gehört – der Teig erst richtig gut wird, wenn man riesige Mengen davon zubereitet, was ja in einem Privathaushalt nicht möglich ist.

    Sauerteigbrot habe ich inzwischen auch schon mehrmals gebacken. Leider muss man das planen und kann nicht auf die schnelle ein Brot backen.

    Das Andaluserli schmeckt nicht schlecht, wichtig ist aber, das man es sofort isst, denn schon am zweiten Tag ist es hart und am dritten steinhart.

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